KONZERT für HOLGER BIEGE zum 70.

LIVE-Konzert am 19. September um 20 Uhr im KUBA Greifswald

Das Vorpommern Magazin (VPM) sprach im Vorfeld mit Thomas Putensen (TP)

VPM : Welche Beweggründe veranlassen Dich, zusammen mit Jens Krafczyk ein Konzert für HOLGER BIEGE zu organisieren?

TP: Ganz einfach, seine Musik und die Tatsache, dass Holger vor 70 Jahren in Greifswald geboren wurde. Und zwar genau am 19. September, den er leider nicht mehr erleben kann. Wir erweisen ihm die Ehre, denn Holger Biege konnte soviel mehr – nicht nur, dass er als Pianist musikalische Klasse hatte, es war sein ganz spezieller Gesang und dazu passende Texte, die den Zeitgeist von DAMALS bis heute so trefflich wiedergeben!

VPM : Wie und wann lerntest Du ihn denn persönlich kennen?

TP: Erst zur Wendezeit gab es für mich eine erste persönliche Begegnung. Die Fernsehsendung mit dem Namen „Sprungbrett“, durch die damals Carmen Nebel führte, lud Künstler verschiedener Genres in die Sendung. Dort war Holger Biege als Berater dabei und ich traf ihn dort, mit anderen junge Künstlern, die dann Fragen an den gestandenen Musiker Holger Biege stellen konnten. Wir verstanden uns sofort und ich erfuhr u.a. von Ihm, dass er 1952 in Greifswald geboren wurde und bis 1954 im Haus Goethestraße 7 mit seinen Eltern und Gerd Christian gewohnt hat.

VPM : Es entstand eine Freundschaft?

TP: Zuerst nicht. Aber Jahre später trafen wir uns bei mir zu Hause, hörten und spielten gemeinsam Musik, auch Klassiker, Verglichen, Berieten auch über das aktuelle Zeitgeschehen und wie so vieles immer mehr dem Kommerz zum Opfer fällt.

VPM : Wie kam es eigentlich zur Begegnung Holger Biege und Reinhard Fißler bei Dir?

TP: Ich habe bis zur Coronazeit auf meinem Hof so eine Art „Singeklöne“ veranstaltet. Dort trafen sich viele Freunde, Musiker, Interessenten und auch Reinhard Fißler (1949-2016) war trotz seiner intensiven Pflege immer mit dabei. Er kam dann mit seinen 3-4 Pflegern und weiteren Freunden in einem Autokorso wie zu einem Staatsbesuch zu mir auf den Hof. Das war sehr lustig, denn sein und unser Freund Siggi spielte erstmal Begrüßungsmundharmonikamusik und ersetzte damit die zum Empfang dringend benötigte Staatskappelle. Als Holger Biege nach seinem Schlaganfall am 12. Juni 2012 – kurz vor seiner geplanten Tour zum 60. – ebenfalls nicht mehr öffentliche Auftritte bestreiten konnte, kam die Idee von Reini und Siggi unseren „Hochverehrten Freund Holger“ mit nach Wendorf zu holen. So haben wir uns dann jedes Jahr getroffen, waren FREI und fröhlich und sangen uns gemeinsam mit Christiane Ufholz u.v.a. durch die Singeklönewochenenden! Leider starb Reini 2016 und Holger folgte ihm auf unglückliche Art und Weise am 25. April 2018 in einem Lüneburger Krankenhaus. Jens Krafczyk ist mit mir ein paar Stunden vor seinem Tod noch ins Krankenhaus geeilt und so konnten wir uns am Sterbebett von ihm verabschieden. Ich habe zum Abschied versucht, Holger auf der Gitarre eines seiner Lieder zu spielen, aber es ist mir in dieser Situation nicht so richtig gelungen.

VPM : Seine Lieder werden bleiben!

TP: Genau, Holgers Frau Cordelia und sein Bruder Gerd Christian haben uns ermuntert, seine Lieder zu spielen und weiterzutragen – in gewisser Weise ein Vermächtnis, was wir natürlich gerne wahrnehmen. Holger Bieges Lieder werden bleiben, denn sie sind poetisch, aufrüttelnd, nachdenklich und immer leidenschaftlich und kein Musikgeschwafel in a-moll, G und C.

VPM : Was verbindet Euch Beide in der Musik? Und was beeindruckt Dich an Holger Biege?

TP: Seine bemerkenswerte Art des intensiven Gesang’s! Die Möglichkeit ein Orchester in seine Lieder hineinzukomponieren. Dieses war übrigens zu DDR Zeiten, ich würde sagen nicht selbstverständlich, aber durchaus möglich! Versuchen sie das mal heute! Ohne über ein gewisses Mindestmaß an Geldreserven und guten Kontakten zu den Medien, gäbe es vielleicht nicht einmal mitleidige Blicke! (Anmerkung der Redaktion: Die AMIGA LP von 1978 „Wenn der Abend kommt“ mit den beeindruckenden Liedern wie: „Sagte mal ein Dichter“, „Wenn der Abend
kommt“ oder auch „Deine Liebe und mein Lied“ ist von dem Rundfunk Tanzorchester Berlin unter Leitung von Günther Gollasch eingespielt – und einfach ein wunderbarer Hörgenuss)
Er hat seine Liebe zu seinen Werken nicht verraten, war ein echter „norddeutscher Sturkopf“ und ließ sich auch im Westen nicht verbiegen.

Text: VPM Steffi Schalli |Fotos: Steffi Schalli, Andreas Lampe )

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